Eine Vision nimmt Form an

Der Traum von der eigenen weiterführenden Schule

Während meines Besuchs in Bakula habe ich mit den Sisters zusammengesessen, Tee getrunken – und ihnen zugehört, wie sie von ihrer großen Vision erzählt haben. Was sie sich wünschen, klingt zunächst einfach: Der Ausbau der Holy Cross School soll die Schule nicht mehr nach der 7. Klasse enden lassen, sondern sie schrittweise bis zur 12. Klasse wachsen lassen. Doch hinter diesem einen Satz steckt ein Traum, der für die Kinder in Bakula alles verändern könnte.

Warum ein paar Klassenstufen so viel bedeuten

Aktuell müssen die Jugendlichen nach der mittleren Schulzeit die Schule verlassen – und damit oft auch ihr Dorf. Die nächsten weiterführenden Schulen liegen weit entfernt, der tägliche Schulweg ist unbezahlbar, ein Umzug erst recht. Für viele Familien bedeutet das: Die Ausbildung ihrer Kinder endet hier, nicht weil es an Talent oder Willen fehlt, sondern schlicht an Entfernung und Geld.

Genau an diesem Punkt setzt die Vision der Sisters an. Wenn die Schule bis zum offiziellen Abschluss ausgebaut wird, können die Kinder in ihrer vertrauten Umgebung bleiben – bei ihren Familien, in ihrer Gemeinschaft – und trotzdem einen vollständigen Bildungsweg gehen.

Mehr als nur ein Schulabschluss

Für mich ist das mehr als eine bauliche Erweiterung. Es ist die Möglichkeit für eine ganze Generation, eine echte Wahl zu haben: eine Ausbildung, einen Beruf, ein selbstbestimmtes Leben – ohne die Heimat verlassen zu müssen. Gleichzeitig bleibt dadurch auch etwas in der Region, das sie dringend braucht: gut ausgebildete junge Menschen, die später vor Ort arbeiten, ihre Familien versorgen und die lokale Gemeinschaft stärken können.

Auch für die Schule selbst ist dieser Schritt wichtig. Je mehr Klassenstufen sie anbieten kann, desto stabiler wird sie langfristig – wirtschaftlich wie strukturell. Ein Gedanke, den auch die Sisters immer wieder betonen: Es geht nicht nur um mehr Räume, sondern um eine tragfähige Zukunft für die ganze Einrichtung.

Ein erster Schritt ist bereits gemacht

Und tatsächlich tut sich schon etwas: Die Schule wurde um eine eigene Schul-Aula erweitert. Ab April 2026 kann dort nun auch die 8. Klasse unterrichtet werden – mit einfachen Trennwänden lässt sich die Aula bei Bedarf in einzelne Klassenräume unterteilen. Ein kleiner, aber sehr konkreter Schritt auf dem langen Weg zur vollständigen Ausbaustufe bis zur 12. Klasse.

Der Weg dorthin ist nicht einfach

So klar die Vision ist, so herausfordernd ist der Weg dahin. Bauen allein reicht nicht – am Ende entscheidet eine ganze Reihe an Vorschriften und Genehmigungen darüber, ob die Schule ihre neuen Klassenstufen tatsächlich anbieten darf. Das ist ein langwieriger Prozess, der viel Geduld erfordert und den ich selbst auch erst nach und nach besser verstehe. Genau darüber, und über die Frage der Finanzierung, möchte ich in den nächsten Beiträgen berichten.

Warum ich an dieser Vision dranbleibe

Was mich an diesem Projekt so berührt, ist die Beharrlichkeit der Sisters. Sie kennen die Hürden genau – und gehen trotzdem Schritt für Schritt weiter. Für mich ist das ein Traum, der sich lohnt, mit aller Kraft zu unterstützen: Nicht nur, weil er Bildung ermöglicht, sondern weil er Kindern in Bakula die Chance gibt, ihre Zukunft dort zu gestalten, wo sie zuhause sind.

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