Manche Termine sind mehr als ein Programmpunkt im Kalender.
Der 20. August 2025 war für mich genau so ein Tag.
Gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen von L.U.C.Y. Hilfswerks – Bildung für Kinder e.V. durfte ich das Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz (Holy Cross Sisters) in Ingenbohl am Vierwaldstättersee besuchen. Für mich war es das erste persönliche Kennenlernen des weltweiten Führungsteams der Schwestern – und genau das hat diesen Besuch so besonders gemacht.
Unsere Zusammenarbeit mit den Schwestern besteht bereits seit vielen Jahren. Umso wichtiger war es für mich, die Menschen hinter dieser Partnerschaft nun persönlich kennenzulernen.
Nach einer offenen und herzlichen Vorstellungsrunde stellten wir die aktuellen Projektaktivitäten des L.U.C.Y. Hilfswerk in Indien und Uganda vor. Es war kein formeller Austausch, sondern ein ehrliches Gespräch auf Augenhöhe – geprägt von gegenseitigem Interesse, Respekt und dem gemeinsamen Ziel, Bildung nachhaltig zu fördern.
Was mich besonders beeindruckt hat: das aufrichtige Interesse der Schwestern an unserer Arbeit und die Wertschätzung für das, was in den vergangenen Jahren gemeinsam entstanden ist.
Ganz besonders bewegt hat mich das Wiedersehen mit Sister Roseline. Sie hat mich bei meinem ersten persönlichen Besuch im Jahr 2018 in Hazaribagh empfangen – zu einem Zeitpunkt, der für mich persönlich von großer Bedeutung war.
Auf dieser Reise zurück zu meinen eigenen Wurzeln hat sie mich nicht nur begleitet, sondern emotional getragen. Mit einer Selbstverständlichkeit, Wärme und Achtsamkeit, die ich nie vergessen werde. Für diese Nähe, dieses Vertrauen und diese Menschlichkeit bin ich ihr bis heute unsagbar dankbar.
Ihr in Ingenbohl wieder zu begegnen, war für mich ein sehr stiller, aber kraftvoller Moment. Einer, der mir erneut gezeigt hat, dass Partnerschaft nicht erst bei Projekten beginnt – sondern bei Menschen.
Im weiteren Gespräch ging es auch um die geplanten strukturellen Anpassungen im Vorstand des L.U.C.Y. Hilfswerk sowie in der Stiftung. Mir war es wichtig, hier transparent zu sein und zu zeigen, dass Veränderungen bei L.U.C.Y immer dem gleichen Ziel dienen: Verantwortung klar zu regeln und Partnerschaften langfristig zu stärken.
Die Rückmeldung der Schwestern war eindeutig und sehr wertschätzend: Dankbarkeit für die bisherige Unterstützung und der ausdrückliche Wunsch, die Zusammenarbeit in bewährter Weise fortzuführen. Besonders berührt hat mich die große Anerkennung für den Start der Unterstützung in Uganda, wo der Bedarf an Bildungsprojekten enorm ist.



Neben den Gesprächen waren es auch die stillen Momente, die diesen Tag geprägt haben. Die Führung durch das Kloster, der Besuch der Krypta und des hauseigenen Museums haben mir einen tiefen Einblick in die Geschichte, Werte und Spiritualität der Gemeinschaft gegeben.
Dass das gesamte Leitungsteam über viele Stunden präsent war – inklusive eines gemeinsamen Mittagessens – habe ich als starkes Zeichen der Wertschätzung empfunden. Partnerschaft zeigt sich nicht nur in Projekten, sondern vor allem in Zeit, Aufmerksamkeit und gegenseitigem Vertrauen.
Ich bin mit einem sehr klaren Gefühl aus Ingenbohl abgereist:
Unsere Zusammenarbeit basiert nicht auf kurzfristigen Maßnahmen, sondern auf einer gewachsenen, tragfähigen Partnerschaft. Auf gemeinsamen Werten, auf gegenseitigem Respekt – und auf dem Willen, Verantwortung dort zu übernehmen, wo sie wirklich gebraucht wird.
Dieser Besuch hat für mich bestehende Verbindungen vertieft – fachlich wie persönlich. Und er hat mir noch einmal deutlich gemacht, wie wertvoll Beziehungen sind, die über Jahre wachsen dürfen.
Love & Namaste
Nadine