Children’s Day in Indien

Ein besonderer Tag in Mumbai

Heute durfte ich einen Tag in einer Holy Cross Schule im Norden von Mumbai verbringen – und ich bin noch immer tief berührt von diesem besonderen Erlebnis.

Es war Children’s Day, ein Tag, an dem Kinder in ganz Indien bewusst gefeiert werden. Nicht wegen ihrer Leistungen, nicht wegen ihrer Herkunft, sondern einfach, weil sie Kinder sind. Genau diese Haltung war vom ersten Moment an spürbar.

Schon beim Betreten der Schule lag eine besondere Energie in der Luft. Stimmengewirr, Lachen, gespannte Vorfreude – und eine Atmosphäre, die zeigt, wie wichtig solche Tage für Kinder sind.

Wertschätzung wirkt – besonders dort, wo sie selten ist

Einige Kinder, die diese Schule besuchen, kommen aus Familien, für die der Schulalltag eine große finanzielle Herausforderung darstellt. Die jährliche Schulgebühr beträgt rund 300 Euro – ein Betrag, der für ein ganzes Schuljahr vergleichsweise niedrig ist und für uns oft überschaubar wirkt. Für viele Eltern vor Ort ist diese Summe jedoch kaum oder gar nicht aufzubringen.

Gleichzeitig ist die Schule ein Ort, an dem Wertschätzung, Struktur und Förderung bewusst gelebt werden – unabhängig von Herkunft oder sozialem Hintergrund der Kinder.

Am Children’s Day standen nicht die Kinder, sondern die Lehrerinnen und Lehrer im Mittelpunkt. Sie tanzten, sangen und gestalteten die Darbietungen für ihre Schülerinnen und Schüler. Die Kinder waren das begeisterte Publikum, feuerten ihre Lehrkräfte lautstark an und feierten jede Aufführung mit spürbarer Freude. Teilweise waren sie kaum zu bändigen – so groß war ihre Begeisterung.

In diesen Momenten wurde deutlich, wie sehr Anerkennung, Zeit und echte Zuwendung wirken, wenn sie ehrlich gemeint sind.

Schulgebühren – eine Hürde für viele Familien

Bildung ist in Indien nicht kostenfrei. Wer sie sich nicht leisten kann, hat oft keinen Zugang zu einem strukturierten Bildungsweg. Genau hier beginnt der Kreislauf der Armut – und genau hier entscheidet sich, welche Zukunft Kinder haben.

Ein besonderer Aspekt dieser Schule ist, dass die Schwestern und Lehrkräfte auch einige Kinder kostenfrei unterrichten, deren Eltern die Schulgebühren nicht aufbringen können. Diese wenigen erhalten dadurch – trotz sozial schwacher Lebensverhältnisse – die Chance auf eine Schulbildung.

Für diese Kinder ist Schule weit mehr als ein Lernort. Sie ist Schutzraum, Perspektive und oft die einzige Möglichkeit, dem Kreislauf der Armut zu entkommen.

Warum dieser Tag so wichtig ist

Dieser Tag hat mir einmal mehr gezeigt, wie viel Wirkung in scheinbar kleinen Dingen liegt: in Aufmerksamkeit, in Wertschätzung, im gemeinsamen Feiern.

Es geht nicht nur um Bildung im klassischen Sinne. Es geht darum, Kindern zu zeigen, dass sie gesehen werden, dass sie wichtig sind und dass ihre Zukunft zählt.

Ich bin dankbar, solche Tage miterleben zu dürfen – und zu sehen, wie konkret Unterstützung wirkt. Jeder Beitrag, jede Förderung und jedes Engagement trägt dazu bei, Kindern neue Perspektiven zu eröffnen.

Mein persönliches Fazit

Manchmal braucht es keinen großen Wendepunkt, sondern einen einzigen Tag, der alles noch einmal klar macht.

  • Bildung verändert Lebenswege.
  • Wertschätzung stärkt Selbstvertrauen.
  • Und echte Chancen beginnen dort, wo wir hinschauen und handeln.

 

Dieser Children’s Day in Mumbai war genau so ein Tag.

Love & Namaste

Nadine